Urologische Praxis am Wittenbergplatz

Transrektale Prostata-Stanzbiopsie
(Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata)
 

Aufgrund einer Tastuntersuchung der Prostata (beispielsweise bei der Krebs-Vorsorgeuntersuchung) oder aufgrund eines erhöhten Wertes des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut kann der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung der Prostata auftreten. In solchen Situationen ist zur Klärung dieses Verdachts die Entnahme von kleinen Gewebeproben, sogenannten Stanzbiopsien aus der Prostata, erforderlich.

Der Eingriff erfolgt ambulant und dauert ca. 5 -10 Minuten. Dabei werden mehrere Gewebeproben mit Hilfe einer Nadel entnommen. Diese Punktionsnadel kann vom Enddarm aus unter exakter Führung durch eine Ultraschallsonde in unterschiedliche Bezirke der Prostata geführt werden.

Die hierzu verwendete Nadel ist kaum dicker als die Kanüle bei einer Blutabnahme, und die Prostata ist weniger schmerzempfindlich als die Haut am Arm, wo Blutabnahmen üblicherweise erfolgen. Zu Beginn der Stanzbiopsie erfolgt zudem eine örtliche Betäubung der Prostata.

Nach der Stanzbiopsie kann sich gelegentlich Blut in Urin, Sperma oder Stuhl finden. Diese Blutung kommt in der Regel spontan zum Stillstand.

Um eine Prostata-Entzündung durch in die Prostata verschleppte Darmbakterien zu verhindern, erfolgt die Biopsie unter dem vorsorglichen Schutz durch ein Antibiotikum. Falls in Ausnahmefällen trotzdem einmal eine Infektion auftreten sollte, wäre eine weitere Behandlung mit Antibiotika erforderlich.

Das gewonnene Gewebe wird durch den Pathologen begutachtet und auf bösartige Zellen hin untersucht. Das Ergebnis liegt gewöhnlich innerhalb einer Woche vor.

Falls durch die Gewebeentnahme ein Prostatakarzinom entdeckt wird, sind weitere Untersuchungen notwendig, um das Ausmaß der Erkrankung (Tumorstadium) festzustellen. Hiervon hängt es ganz wesentlich ab, ob der Tumor überhaupt eine Behandlung erfordert und welche der verschiedenen Behandlungsmethoden gegebenenfalls in Frage kommt.